Haben Spartaner wirklich Geld verbannt?
Jeder Schulkind lernt: Die Spartaner hassten Geld so sehr, dass sie Münzen verboten. Lycurgus soll Gold und Silber verbannt und stattdessen klobige Eisenstäbe eingeführt haben.

Unknown — "Marble grave stele of a young woman and servant" (ca. 400–390 BCE), public domain
Der Mythos vom bargeldlosen Sparta.
Spartaner, so heißt es, verbannten Münzen und Reichtum. Stattdessen schleppten sie Eisenbarren herum—so schwer, dass niemand sie stehlen wollte. Der Legende nach machte Lycurgus Silber und Gold illegal, um Sparta rein und unbestechlich zu halten.
Verbotene Münzen in den Taschen.
Archäologen fanden Gold-, Silber- und Bronzemünzen mitten in Sparta. Die Könige prägten sogar eigene Münzen für den Handel mit der Außenwelt. Handel, Tribute und sogar Bestechung liefen in Metall, nicht nur auf Eisenstäben. Das Eisen-Gesetz war mehr Statement als Realität.
Mythos trifft Propaganda.
Vieles stammt von späteren Autoren, die Spartas Härte idealisierten. Das „nur Eisenbarren“-Gesetz wurde von Außenstehenden wiederholt, die Spartas Sitten seltsam fanden. Aber selbst Sparta konnte Gold nicht ewig fernhalten.
Spartaner nutzten tatsächlich eine Zeit lang Eisenstäbe als Währung—doch archäologische Funde zeigen: Gold, Silber und griechische Münzen zirkulierten auch in Sparta. Geld findet immer einen Weg, selbst durch eiserne Gesetze.