Demetrios, der Städtebelagerer, und die eiserne Rampe
Belagerungsmaschinen ächzen in der Nacht, als Demetrios befiehlt, eine eiserne Rampe direkt über die Stadtmauern zu bauen – so etwas hat Griechenland noch nie gesehen.

Demetrius, the Besieger, and the Iron Ramp, public domain
Die eiserne Rampe
305 v. Chr. steht Demetrios Poliorketes, der 'Städtebelagerer', vor den gewaltigen Mauern von Rhodos. Als Leitern und Katapulte versagen, lässt er seine Ingenieure eine gigantische eiserne Rampe bauen – auf Rädern, bereit, Soldaten direkt über die Wälle zu spülen.
Eine Stadt schlägt zurück
Rhodos bricht nicht ein. Die Verteidiger ziehen die eiserne Rampe mit Enterhaken vom Kurs und setzen sie mit Brandpfeilen in Flammen. Das Ungetüm knickt ein, Demetrios’ Monstermaschine durchbricht die Stadt nie. Antike Kriegsführung war nicht nur Muskelspiel – sie war ein Duell der Köpfe.
Das letzte Lachen hat Rhodos
Demetrios zieht ab, seine Maschinen sind Schrott. Die Rhodier schmelzen die Überreste ein – der Legende nach bauen sie daraus den Koloss. Manchmal heißt Verteidigung: Feindesstahl zu einem Gott schmieden.
Demetrios Poliorketes’ Belagerung von Rhodos trieb die antike Ingenieurskunst auf die Spitze – aber einfallsreiche Verteidiger bewiesen, dass Erfindungsgeist rohe Gewalt schlagen kann.