Cato der Jüngere über das Schweigen
„Ich beginne erst zu sprechen, wenn ich sicher bin, dass das Gesagte nicht besser ungesagt bleibt.“ – Cato der Jüngere, das letzte unbewegliche Bollwerk des Senats, wog jedes Wort ab, als wäre es sein letztes.

Unknown — "Idealized Head" (50 BCE–100 CE), CC0
Schweigen als Rüstung.
Plutarch berichtet in seinem Leben des Cato (Kapitel 4): «ἄρχομαι λέγειν ὃταν ὦ βέβαιος ὅτι τὰ λεκτέα οὐ βέλτιον ἐστὶ τοῦ σιγᾶν.» – „Ich beginne erst zu sprechen, wenn ich sicher bin, dass das Gesagte nicht besser ungesagt bleibt.“ Für Cato war jedes Wort wohlüberlegt. Keine Rhetorik, nur Widerstand.
Warum Schweigen zählte.
Cato lebte unter Diktatoren, blockierte Korruption und sah Freunde im politischen Spiel untergehen. Für ihn war Gerede billig, Schweigen aber schwer – ein Schild, wenn Wahrheit gefährlich war, und eine Waffe, wenn alle anderen logen.
Der letzte Römer.
Cato überlebte Sulla, Julius Caesar und jede bequeme Ausrede. Er trank nur Wasser, trug stets denselben groben Mantel und wählte schließlich den Freitod, statt einem Tyrannen zu dienen. Wenn er sprach, hörte Rom zu.
In einer Welt voller Reden bedeutete Catos Zurückhaltung Überleben – und manchmal Opfer.