Heute vor x Jahren: Roms Wintermärkte öffnen
Der Winter kriecht durch Roms Gassen—es ist der 10. November, und die Märkte erwachen mit einem Schlag zum Leben.

Unknown — "Cameo: Head of a Woman" (1–100 CE), CC0
Die Adern der Stadt pochen vor Handel.
Um diese Zeit, wenn die Sonne früh untergeht und der Wind schneidet, brüllen Roms Foren und Seitenmärkte los. Händler rollen grobe Wolle aus, stapeln späte Äpfel, bronzene Lampen. Die Luft riecht nach Rauch, Knoblauch und nassem Wollstoff. Hier verbreiten sich Neuigkeiten—schneller als jede Legion.
Markttag heißt Überlebensmodus.
Im Winter steht Rom nicht still. Familien decken sich mit Öl, Bohnen, gesalzenem Fisch ein. Gaukler schreien gegen den Wind an, Taschendiebe gleiten wie Schatten durch die Menge. In harten Jahren sind es diese Markttage, die Bäuche füllen und die Stimmung heben—selbst wenn der Tibernebel durch die Straßen kriecht.
Wenn die Tage kürzer wurden, waren die Markttage Roms Rettungsinseln—Farben, Lärm und Wärme im dunkler werdenden Jahr. Selbst ein Imperium braucht Brot und frische Gerüchte.