An diesem Tag: Die Fordicidia – Opfer für die Fruchtbarkeit der Erde
9. April: In Rom wird eine trächtige Kuh zum Forum geführt und geopfert – ihr ungeborenes Kalb als Opfer für die Erdmutter verbrannt.

Blut und Erde im Herzen Roms.
Am 9. April führten römische Priester eine trächtige Kuh zum Opfer für die Fordicidia – ein Fest, älter als der Marmor der Stadt. Das ungeborene Kalb wurde entnommen und ganz verbrannt – seine Asche war für die Felder bestimmt. Fruchtbarkeit wurde mit Blut erkauft, in der Hoffnung, dass die Erde antwortet.
Ein Ritual für die Felder, nichts für Zartbesaitete.
Plinius der Ältere beschreibt dies als Ritus zur Besänftigung der Erdgöttin Tellus vor der Aussaat. Die Asche wurde für das Parilia-Fest aufbewahrt – sie landete in Frühlingsfeuern, durch die Hirten und ihre Herden für Glück sprangen.
Roms Götter wollten Beweise, die man sehen konnte.
Die Fordicidia öffnet das Fenster in eine rauere Welt, in der das Wohl der Stadt an sichtbarem, greifbarem Opfer hing. Roms Zukunft begann nicht im Senat, sondern auf dem blutgetränkten Acker vor den Mauern.
Die Fordicidia war ein düsteres Frühlingsritual, das die Ernte sichern sollte – ein Beweis, dass römische Religion nie zimperlich war, wenn es um Blut und Erde ging.