Heute vor...: Das Orakel von Delphi erwacht im Frühling
6. April: Die Stimme der Pythia kehrt zurück – Delphis Priesterin macht sich bereit für Apollons Frühlingsprophezeiungen.

Das Schweigen des Orakels endet im Frühling.
Im Winter herrschte Stille im Apollontempel von Delphi. Anfang April – wenn Schwalben kreisten und der Schnee vom Parnass schmolz – wurde die heilige Quelle gereinigt und die Pythia, auf ihrem Dreifuß, bereitete sich darauf vor, Griechenlands Fragen wieder zu beantworten.
Zeremonie und Geheimnis auf den Tempelstufen.
Priester führten Reinigungsrituale durch, wuschen den Tempelhof und opferten eine junge Ziege. Die Zeremonien markierten Apollons mythische Rückkehr aus dem Norden – einen Moment, in dem die göttliche Stimme angeblich am klarsten durch die Lippen der Pythia sprach.
Ein Datum, das Pilger aus allen Städten lockte.
Antike Kalender nennen kein exaktes Datum, aber Anfang April war der Moment, an dem Städte Gesandte schickten – mit Opfergaben, Sorgen und Ehrgeiz im Gepäck. Die Wiedereröffnung von Delphi bestimmte Kriegs- und Friedensentscheidungen – ein Ritual, das zeigte, wie eng Prophezeiung und Jahreslauf für die Griechen verbunden waren.
Jeden Frühling, nach dem langen Schweigen des Winters, öffnete das Orakel von Delphi mit Reinigungsritualen und begrüßte Apollons Geist zurück in den Bergen.