Der Prozess gegen Sokrates
Sokrates steht angeklagt vor 501 wütenden Athenern—und weigert sich, um sein Leben zu flehen.

The Trial of Socrates, public domain
Ein Philosoph vor Gericht.
399 v. Chr. wurde Sokrates vor ein Athener Gericht gezerrt—angeklagt wegen Gottlosigkeit und Verführung der Jugend. Die Stimmung war nach Jahren des Kriegs vergiftet. Seine Freunde baten ihn, zu flehen, zu schmeicheln—alles, um zu überleben.
Er bleibt standhaft.
Sokrates tat, was er immer tat: Er grillte seine Ankläger, verspottete die schwammigen Vorwürfe und forderte statt Reue eine Belohnung für seine Tugend. Das Urteil: Tod. Als er den Schierlingsbecher nahm, bat er darum, einen Hahn zum Dank an Asklepios zu opfern.
Ein Tod, der nachhallt.
Sokrates hätte fliehen können, wählte aber das Prinzip über das Leben. Sein Tod machte ihn zum Märtyrer—und prägte das ewige Ringen der Philosophie mit der Macht.
Sokrates’ unbeirrbare Aufrichtigkeit schockierte das Gericht. Mit ein paar demütigen Worten hätte er dem Tod entgehen können—doch er reizte seine Richter und trank den Schierlingsbecher mit ruhiger Hand.