Heute vor...: Der Geist des Momos und der Spott des Frühlings
1. April: Im antiken Griechenland schwebte der Gott Momos – Patron des Spotts und der Satire – über den Frühlingsstreichen.

Der Gott des Spotts betritt die Bühne.
Auch wenn der 1. April als Tag der Streiche viel später entstand, hatten die Griechen Momos – den Gott, der Götter und Menschen gleichermaßen verspottete. Offiziell wurde er zwar nicht an diesem Datum gefeiert, doch Momos inspirierte einen Geist von Satire und Schabernack, der in vielen Frühlingsritualen aufblitzte.
Frühlingsfeste: Erlaubnis zum Spott.
Feste wie die Dionysien erlaubten es Komikern und Normalsterblichen, Politiker, Priester und sogar die Götter aufs Korn zu nehmen. Satirische Stücke und schrille Kostüme waren angesagt – für einen Moment hatte das Lachen das Sagen über die Autorität.
Ein Echo im heutigen Aprilscherz?
Es gibt zwar kein direktes antikes Pendant zum Aprilscherz, aber die Tradition des Frühlings-Spottes – legitimiert durch Fest und Gottheit – zeigt: Der Drang, die Welt auf den Kopf zu stellen, ist uralt. Die Griechen bevorzugten ihre Streiche nur lieber in Maske und Vers.
Zwar gibt es keinen Beleg für einen „Aprilscherz-Tag“ in Athen, doch die Griechen webten Streiche und Rollentausch in ihre Frühlingsfeste – besonders zu Ehren von Momos, dem göttlichen Kritiker und Meister der Satire.