Heute vor X Jahren: Athen schmort im Sommerdunst
17. August im antiken Athen: Die Steine flirren, Zikaden kreischen, und die Stadt schmilzt in der Mittagshitze.

Unknown — "Terracotta bell-krater (bowl for mixing wine and water)" (late 5th century BCE), public domain
Zikaden übertönen jedes Gespräch.
Mitte August gleicht Athen einem Backofen. Die Straßen leeren sich in der Tageshitze. Nur das endlose Rasseln der Zikaden und das Flimmern über weißen Steinen zeigen, wie die Stunden verrinnen.
Eine Stadt auf Pause, wartend auf Regen.
Bauern blicken sorgenvoll auf ihre verdorrten Olivenhaine. Das einzige echte Treiben herrscht in schattigen Märkten und kühlen Heiligtümern. Selbst die Philosophen verlassen mittags die Stoa und ziehen sich ins Haus zurück.
Im Hochsommer machten die Athener so wenig wie möglich—sie suchten Schatten, warteten auf kühlere Winde und träumten vom Herbst.