Xerxes: Der König, der das Meer auspeitschte
Xerxes sieht zu, wie ein Sturm seine Brücken zerstört – und befiehlt seinen Männern, den Hellespont mit Peitschen zu züchtigen, das Wasser anzuschreien wie einen feindlichen General.

Unknown — "Vessel terminating in the forepart of a fantastic leonine creature" (ca. 5th century BCE), public domain
Der König, der das Meer auspeitschte
Xerxes sieht zu, wie ein Sturm seine schwimmenden Brücken am Hellespont zerreißt. Wütend befiehlt er seinen Männern, das Wasser mit dreihundert Peitschenhieben zu züchtigen und Ketten in die Wellen zu werfen. Xerxes behandelt das Meer wie einen aufsässigen Untertan.
Der Marsch nach Griechenland
480 v. Chr. versammelt Xerxes das größte Heer, das die Welt je gesehen hat. Seine Ingenieure verbinden Boote zu kilometerlangen Brücken, damit Zehntausende von Asien nach Europa marschieren können. Als Wind und Wasser alles zerstören, gibt der König den Elementen die Schuld – nicht seinem Plan.
Herr über Menschen, machtlos gegen die Natur
Herodot genießt die Ironie: Xerxes konnte ein Weltreich befehligen, aber nicht Wind und Wellen. Der Hellespont beugte sich nicht – und würde es nie tun.
Ein persischer Großkönig, Herr über die halbe Welt, tobt machtlos gegen Wind und Wellen. Seine Ingenieure bauen kilometerlange Brücken, damit sein Heer trockenen Fußes nach Griechenland marschieren kann. Als die Natur seine Pläne zerschlägt, passt er sich nicht an – er straft das Meer, wirft Ketten in die Fluten und lässt seine Männer beim Peitschen Flüche schreien. Für Xerxes sollte sich die Welt beugen.