Xenophons nächtliche Flucht
Rauch, Schreie, Verwirrung – Xenophon führt zehntausend griechische Söldner mitten in der Nacht aus einem brennenden persischen Lager.

Penthesilea Painter — "Terracotta pyxis (box)" (ca. 465–460 BCE), public domain
Chaos in persischer Nacht.
401 v. Chr. steckten zehntausend griechische Söldner tief im Feindesland fest, nachdem ihr persischer Auftraggeber im Kampf gefallen war. Eines Nachts loderten plötzlich Flammen – die Perser steckten ihr eigenes Lager in Brand, um die Griechen zu verwirren und auseinanderzutreiben.
Xenophon gibt nicht auf.
Im Tumult griff Xenophon – ein junger Athener – zum Schild und sammelte die Männer. Statt zu kapitulieren, schlugen sie sich durch das Chaos, Fackeln spiegelten sich auf schweißnassen Rüstungen, und sie bahnten sich einen Weg aus dem brennenden Lager. Ihre Flucht wurde zur Legende: der 'Zug der Zehntausend'.
Heimkehr, bezahlt mit Blut.
Monatelang kämpften und verhandelten sie sich zurück nach Griechenland – verfolgt an jedem Fluss und jedem Pass. Xenophons Tagebuch ist erhalten. Seine Worte klingen nach Erleichterung beim Anblick des Meeres – und nach Trauer um die Freunde, die im Schlamm zurückblieben.
Statt sich zu ergeben, sammelte Xenophon die gestrandeten Griechen und wagte einen der kühnsten Rückzüge der Geschichte – sie kämpften sich durch ein ganzes Kontinent voller Feinde nach Hause.