Waren alle griechischen Philosophen Männer?
Jede Büste, jedes Lehrbuch zeigt die großen griechischen Philosophen als bärtige alte Männer. Frauen hatten in der Gedankenwelt nichts zu suchen, oder?

Alle antiken Philosophen waren Männer—oder?
Blättert man durch Lehrbücher, sieht man immer dieselben: Sokrates, Platon, Aristoteles—jede Büste trägt Bart. Die Geschichte erzählt, Philosophie sei ein reiner Männerclub gewesen.
Frauen lehrten und prägten die Philosophie.
Aber das Bild ist nicht leer. Platons Dialoge nennen Diotima—beschrieben als Lehrerin von Sokrates. Arete von Kyrene leitete jahrzehntelang ihre eigene Schule. Jahrhunderte später stand Hypatia an der Spitze der Philosophenschule von Alexandria. Die Belege sind dünner als bei den Männern, aber ihre Namen und Ideen haben überlebt.
Warum setzte sich der Mythos durch?
Jahrhunderte des Kopierens, Übersetzens und Weitererzählens haben die meisten Frauen aus dem Bild gelöscht. Männliche Schüler bekamen mehr Ruhm—und manche Quellen machten aus Frauennamen einfach Männer. Die Klassiker, die wir heute lesen, sind längst gefiltert.
Frauen wie Diotima, Arete von Kyrene und Hypatia (später, im römischen Ägypten) hinterließen Spuren in der antiken Philosophie, lehrten Schüler und leiteten sogar Schulen—manchmal gegen alle gesellschaftlichen Regeln und mit kaum sichtbaren, aber echten Spuren in den Texten.