Heute vor ...: Die Vinalia Priora, Roms Frühlings-Weinfest
26. April: Der erste Wein des Jahres ist nicht zum Trinken da – er gehört den Göttern. Die Römer gießen ihn krugweise aus.

Der Wein fließt – direkt auf die Erde.
Am 26. April feierten die Römer die Vinalia Priora, indem sie die ersten Pressungen des neuen Weins Jupiter opferten. Niemand rührte einen Tropfen an, bevor die Priester eine Libation vergossen und den Götterkönig um Schutz vor Unwettern und Krankheiten baten.
Kein Trinken, bevor die Götter ihren Teil haben.
Wein war nicht nur Genuss – er war Überleben. Eine verdorbene Ernte bedeutete ein hungriges Jahr. Die Vinalia machte klar: Das Schicksal der Ernte lag bei den Göttern, und Geduld kam vor Vergnügen.
Bei der Vinalia Priora ging es nicht ums Genießen, sondern ums Bitten: Die Reben sollten Stürme, Fäulnis und Krieg überstehen. Erst wenn Jupiter seinen Anteil hatte, durften Menschen den Frühlingswein kosten.