Fragmenta.
An Diesem Tag·Antikes Rom·Frühes Kaiserliches Rom

Heute vor ...: Das Ende der Vestalia in Rom

10. Juni: Die Türen von Vestas rundem Tempel schlagen zu – ab jetzt darf nur noch die Priesterschaft hinein.

Heute vor ...: Das Ende der Vestalia in Rom

Adélaïde Labille-Guiard — "Self-Portrait with Two Pupils, Marie Gabrielle Capet (1761–1818) and Marie Marguerite Carraux de Rosemond (1765–1788)" (1785), public domain

Die Schwelle des Tempels schließt sich wieder.

Acht Tage lang brachten römische Matronen barfuß Mehl und Kuchen als Opfergaben zur Herdgöttin Vesta. Heute, am 10. Juni, krachen die Tempeltüren für ein weiteres Jahr zu – die heilige Flamme bleibt allein den Vestalinnen vorbehalten.

Brot, Gebete und streng verboten.

Frauen beeilten sich, ihre privaten Rituale zu beenden, hofften auf Glück und Fruchtbarkeit, bevor der Tempel versiegelt wurde. Jetzt droht jedem, der kein Vestalin ist und sich hineinwagt, der Tod – lebendig begraben. Roms Kalender dreht sich weiter, das Fest beginnt von vorn.

Am letzten Tag der Vestalia eilen Roms Mütter, um ihre privaten Gebete für das Herdfeuer zu beenden. Die Stadt atmet auf, das heilige Feuer ist für ein weiteres Jahr gesichert, und der Alltag kehrt zurück – bis zum nächsten Riss im Kalender.

Drei Minuten am Tag.

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