Themistokles und der Ostrakon-Trick
Themistokles ahnte, dass die Menge ihn loswerden wollte – also schrieb er sein eigenes Exil vor.

Unknown — "Terracotta kernos (vase for multiple offerings)" (ca. 2300–1900 BCE), public domain
Ein Anführer auf Zeit.
Jedes Jahr kratzten die Athener Bürger ungeliebte Namen auf Tonscherben, Ostraka, um potenzielle Gefahren zu verbannen. Themistokles – Held von Salamis – wusste, dass er sich mächtige Feinde gemacht hatte. Angesichts einer unruhigen Menge füllte er seinen Mantel mit Ostraka, die bereits seinen Namen trugen, und gab sie an Analphabeten weiter.
Eine Abstimmung, resigniert manipuliert.
Laut Plutarch akzeptierte Themistokles nicht nur sein Schicksal – er gestaltete es. Indem er seinen eigenen Namen vorschrieb, sorgte er für ein klares Ergebnis und ersparte sich ein knapperes, demütigenderes Duell mit seinen Rivalen.
Besser, du wählst deinen eigenen Sündenbock.
Er ging mit erhobenem Haupt ins Exil – und spielte das Spiel mit genauso viel List im Scheitern wie im Sieg. In Athen konnte selbst die Verbannung ausgetrickst werden – wenn du die Geschichte selbst schreibst.
Um seine Feinde bei der öffentlichen Abstimmung auszutricksen, verteilte Themistokles Tonscherben mit seinem eigenen Namen – und steuerte so sein eigenes Schicksal beim Scherbengericht.