Athen: Tageslohn für Geschworene – gestempelte Münzen
In Athen klimperte der Lohn eines Geschworenen in der Tasche – drei gestempelte Münzen, geprägt nur für den Gerichtsdienst.

Unknown — "Bronze hydria (water jar)" (mid-5th century BCE), public domain
Gestempelte Münzen für den Gerichtsdienst
Im antiken Athen wurden Geschworene für ihren Dienst mit gestempelten, offiziellen Marken bezahlt – den sogenannten ‚dikastischen‘ Münzen. Sie trugen oft die berühmte Eule und konnten nur in städtischen Ämtern gegen echtes Geld eingetauscht werden.
Wie man im 5. Jahrhundert Gerechtigkeit kauft
Die Marken machten den Jury-Dienst für arme Bürger attraktiv und verwandelten Rechtsprechung in einen bezahlten Job. Für manche wurde das Geschworenenamt zur regelmäßigen Einnahmequelle – eine athenische Erfindung in Sachen Bürgerlohn.
Um Bürger für den Jury-Dienst zu gewinnen, setzte Athen nicht nur auf Patriotismus – sie prägten eigene Münzen für den Job. Diese ‚dikastischen‘ Marken, verziert mit einer Eule, gab es nach einem Tag voller Mord, Diebstahl oder Verbannung. Stell dir vor: Du entscheidest über Leben und Tod – und dein Lohn ist eine Handvoll Silber, die nur ein Athener erkennt. Gerechtigkeit, täglich bezahlt – in kaltem, klirrendem Metall.