Spartanerinnen und der Geburtsmythos
Alle behaupten es: Spartanerinnen starben öfter im Kindbett als ihre Männer im Krieg.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Spartanische Mütter starben öfter als Krieger?
Diesen Spruch liest man überall: In Sparta starben Frauen bei der Geburt öfter als Männer auf dem Schlachtfeld. Er taucht in Dokus, Artikeln und sogar Vorlesungen auf. Klingt dramatisch – und uralt – ist aber fast komplett erfunden.
Keine Quelle, keine Zahl – nur ein Erzähler.
Kein griechischer Autor nennt dieses Verhältnis. Die Idee stammt von Plutarch, der spartanische Mütter als hart und heldenhaft lobte – aber nie Zahlen nannte. Auch archäologisch gibt es keine Hinweise auf besonders viele Todesfälle bei Geburten in Sparta. Wahrscheinlich waren die Raten ähnlich wie in anderen griechischen Städten.
Ein Mythos aus Bewunderung geboren.
Diese Legende hielt sich, weil sie ins Bild von Sparta passte: tödlich für Männer und Frauen, besessen von Stärke. Aber wie so oft in Sparta ist die Wahrheit seltsam gewöhnlich.
Es gibt keine antike Statistik und nicht mal überzeugende Belege für diesen Spruch. Der Mythos stammt wohl von einer einzigen Quelle – Plutarch –, der spartanische Mütter dramatisch bewunderte. Die wahre Geschichte ist viel unspektakulärer – und alltäglicher.