Fragmenta.
Fakt·Antikes Rom·Römisches Kaiserreich, 1.–4. Jh. n. Chr.

Römische Frauen schrieben Geschäftsbriefe

Auf einer Holztäfelchen aus dem Müll von Londinium lädt Claudia Severa eine Freundin zum Geburtstag ein—selbst geschrieben, nicht nur diktiert.

Römische Frauen schrieben Geschäftsbriefe

Unknown — "Bronze statuette of a Lar" (1st–2nd century CE), public domain

Geburtstagseinladung auf römischer Tafel

Archäologen in Londinium fanden ein Holztäfelchen mit einer Geburtstagseinladung von Claudia Severa an Sulpicia Lepidina. Die mit Tinte gekritzelte Nachricht verrät warme, alltägliche Details—bis hin zur Bitte um Antwort.

Frauen schrieben ihre Briefe selbst

Im Gegensatz zur griechischen Tradition konnten manche Römerinnen lesen, schreiben und sogar Geschäfte abwickeln. Die Handschrift wechselt mitten in der Einladung—Experten sagen, Claudia selbst griff für die letzten Zeilen zum Stift und unterschrieb mit persönlicher Note.

Römische Frauen, zumindest aus der Oberschicht, konnten lesen und schreiben und regelten ihre Korrespondenz selbst—auch Einladungen und Geschäftsbriefe. Wachstafeln aus Britannien beweisen es: Zeilen in weiblicher Handschrift, manchmal mit schwungvoller Unterschrift. Wir kennen Claudias Stimme heute, weil sie selbst schrieb—nicht ein Schreiber.

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