Der Mythos vom spartanischen 'Niemals aufgeben'
Wir stellen uns Spartaner vor, die bis zum letzten Mann kämpfen, nie kapitulieren, nie die Waffen niederlegen. „Kommt und holt sie euch“, oder?

Unknown — "Enameled and Gilded Bottle" (late 13th century), public domain
Spartaner kapitulieren nie. Oder?
Jeder Film, jede Legende erzählt: Spartaner kämpfen bis zum Tod—Ehre vor allem, nie die weiße Fahne. Ihr Ruf gründete auf unerschütterlicher Entschlossenheit, Schilde erhoben, niemals zurück.
Doch auf Sphakteria taten sie es.
425 v. Chr., nach wochenlanger Belagerung durch die Athener, ergaben sich fast 300 Spartaner auf der Insel Sphakteria. Thukydides berichtet, dass die Griechen es kaum glauben konnten. Spartanische Eltern trauerten um ihre Söhne wie um Tote—denn „echte“ Spartaner gaben einfach nicht auf.
Der Mythos zerbrach—und wurde neu geschmiedet.
Selbst nach Sphakteria starb die Legende nicht. Die Spartaner verschärften ihren Kriegerkodex—sie schrieben ihre eigene Niederlage um, statt sie zu vergessen. Der Mythos lebt, weil jede Gesellschaft ihre unbesiegbaren Helden braucht—auch wenn sie manchmal die Waffen niederlegen.
425 v. Chr. legten auf Sphakteria 292 Spartaner ihre Schilde nieder und ergaben sich den Athenern. Das schockierte die griechische Welt—und zeigte: Auch Spartas Krieger wussten manchmal, wann Schluss ist.