Das Verschwinden des Romulus
Donner kracht, der Himmel wird schwarz—und Roms erster König verschwindet vor aller Augen.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
König im Sturm verloren.
Mitten in einer Volksversammlung bricht ein Unwetter über Rom herein. Romulus, Gründer und König, wird von Donner und dichten Wolken verschluckt—und ist weg. Die Menge flieht panisch, sucht seinen Körper. Zurück bleiben nur Verwirrung und Schlamm.
Mordgeflüster—oder ein Gott?
Einige Römer raunten, Romulus sei von neidischen Senatoren ermordet und sein Leichnam versteckt worden. Andere behaupteten, er sei zu den Göttern erhoben—als Quirinus, der Geist Roms. Laut Livius wagte jahrelang niemand, die Wahrheit auszusprechen. Der Abgang des Gründers war so mythisch wie sein Leben.
Eine Stadt auf Geheimnissen gebaut.
Romulus ließ Rom führungslos und voller Fragen zurück. Wurde er ermordet, von Göttern entführt—oder beides? Entscheidend war: Sein Verschwinden machte ihn zur Legende und setzte einen Trend für künftige Römer: dramatisch abtreten und die Nachwelt rätseln lassen.
Das plötzliche Verschwinden von Romulus brachte Gerüchte über Mord, Vergöttlichung und politische Vertuschung hervor. Roms Gründer hatten keine Angst vor dramatischen Abgängen.