An diesem Tag: Das Ende der römischen Segelsaison
Mitte August – römische Kapitäne blicken nervös zum Himmel. Die sichere Segelzeit im Mittelmeer ist fast vorbei.

Pieter Bruegel the Elder — "The Harvesters" (1565), public domain
Das Mittelmeer wird launisch.
Ab Mitte August beobachten römische Händler und Kapitäne den Horizont auf Zeichen des Wetterwechsels. Der antike Segelkalender warnte: Schon jetzt brauen sich Stürme schneller zusammen, das Meer wird tückisch.
Seerouten schließen, die Unruhe wächst.
Offiziell endete das ‚mare apertum‘ – die offene Seezeit – am 14. September. Doch die Klugen suchten längst den nächsten Hafen. Schiffe mit Getreide aus Alexandria oder Botschaften von fernen Statthaltern trugen Roms Glück in ihren Laderäumen – und waren dem launischen Wetter ausgeliefert.
Wenn Stürme das Reich regierten.
Ein einziger Spätsommersturm konnte eine Stadt hungern lassen oder ein Vermögen versenken. Selbst Kaiser sorgten sich. Augustus prahlte, er habe die gefährlichen Meere bezwungen – andere hatten weniger Glück.
Nach August riskierte jedes Schiff sein Schicksal im Sturm. Roms Lebensadern – Getreide, Nachrichten, Befehle des Kaisers – waren dem Meer ausgeliefert.