Fragmenta.
Fakt·Antikes Rom·Römische Kaiserzeit

Römische Kinderbeerdigungen: Puppen für die Toten

Eine römische Familie begräbt ihr Kind mit einer Puppe—aus Elfenbein geschnitzt, wie ein letztes Geheimnis im Grab gebettet.

Römische Kinderbeerdigungen: Puppen für die Toten

Unknown — "Cameo: Julio-Claudian Imperial Portrait" (30 BCE–54 CE), CC0

Mit der Lieblingspuppe begraben

Im Grab eines römischen Kindes liegt manchmal eine winzige Gliederpuppe—Arme und Beine, die sich wirklich bewegen lassen. Aus Elfenbein geschnitzt, schmiegt sie sich an Knochen, die zu früh aufgehört haben zu wachsen. Sogar das Puppenkleid liegt dabei, von trauernden Händen genäht und geflickt.

Grabgeschenke, keine Spielsachen

Diese Puppen waren mehr als Spielzeug. Für römische Mädchen standen sie für das Leben vor dem Erwachsenwerden. Eltern begruben sie, damit ihre Tochter nicht allein in den Tod ging—ihre letzte Spielgefährtin, stumm und ewig. Noch heute finden Archäologen solche Puppen in Gräbern bis an die Grenzen des Imperiums.

In antiken Rom fanden Archäologen Gräber junger Mädchen mit kunstvollen Gliederpuppen, oft aus Elfenbein oder Knochen. Diese waren mehr als Spielzeug—sie gehörten zur Identität des Kindes, wurden als letzte Begleiterin mit ins Grab gegeben. Manche Puppen haben bewegliche Glieder und Spuren von Haar, daneben liegt eine winzige Garderobe. Sie zeigen, wie Römer trauerten: Sie schickten ihre Töchter mit vertrauten Händen ins Jenseits.

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