Wahl-Graffiti: Roms politische Plakatwände
Römer bedeckten ihre Stadtmauern mit Wahlwerbung – gemalt, nicht gemeißelt.

Wählt Sabinus (an eurer Wand)
Antike römische Städte waren voll von handgemalten Wahl-Graffiti. In Orten wie Pompeji wurden Mauern zur Wahlzeit zu öffentlichen Anschlagbrettern – mehr Plakatwand als Architektur.
Schreiber mit Pinseln, Kandidaten mit Träumen
Lokale Kandidaten engagierten Schreiber, um ihre Namen und Versprechen in der ganzen Stadt zu verbreiten. Archäologen fanden Hunderte dieser Wahlwerbungen – manche sogar mit Bitten genervter Hausbesitzer: „Ich bitte euch, Wähler, malt nicht auf diese Wand!“
Tausende antike Graffiti, besonders in Pompeji, zeigen: Römische Straßen waren übersät mit handgeschriebenen Wahlempfehlungen für Kandidaten. Oft engagierten die Bewerber professionelle Schreiber, die Sprüche wie „Wählt Lucius Popidius Sabinus!“ quer über Tavernen und Läden pinselten. Die Werbung war so allgegenwärtig, dass manche Hausbesitzer selbst Graffiti anbrachten – höflich, aber bestimmt: Bitte keine Wahlparolen auf diese Fassade!