Römische Städte: Nicht nur Elendsviertel
Stell dir das antike Rom vor: dreckige Gassen, einstürzende Mietskasernen, Bettler überall. Die erste Megacity der Welt als chaotischer Slum. Doch vieles in Rom war überraschend solide—und sogar luxuriös.

Velázquez (Diego Rodríguez de Silva y Velázquez) — "Juan de Pareja (ca. 1608–1670)" (1650), public domain
Rom: Nicht nur bröckelnde Slums.
Jeder kennt das Bild: Rom als endlose, schmutzige Gassen und wackelige Behausungen, Menschenmassen im Elend. In jedem Film ist Rom ein Labyrinth aus Dreck—Armut, so weit das Auge reicht.
Viele Römer lebten bequem.
Gräbt man unter dem heutigen Rom oder Pompeji, findet man Wohnungen mit Fresken, Mosaikböden und sogar Innentoiletten. Viele Häuser waren aus Ziegeln, nicht aus billigem Holz. Die Stadt hatte öffentliche Brunnen, Bäckereien, Läden und sogar isolierte Wände. Reichtum und Armut existierten nebeneinander—wie in jeder großen Stadt.
Woher kommt das Slum-Klischee?
Spätere Autoren wie Juvenal spotteten gern über Roms ‚Mietskasernen‘ und Arme. Viktorianische Archäologen, schockiert von der antiken Enge, verbreiteten das Slum-Image. Doch Roms wahre Geschichte ist gemischt—Dreck und Pracht Seite an Seite, wie in jeder Metropole.
Armut und Enge gab es, aber Funde von Mosaiken, Innenbädern und stabilem Mauerwerk zeigen: Viele Römer lebten komfortabel. Nicht jeder hauste im Dreck.