Mit Fremden tafeln: Römische Gastmähler
Beim römischen Bankett suchtest du dir deine Tischnachbarn nicht aus. Manchmal lagst du Schulter an Schulter mit einem völlig Fremden – Füße fast berührend, Ellbogen im Wettstreit.

Unknown — "Victory with Cornucopia (Chariot Attachment)" (40–68 CE), CC0
Dinner mit Fremden – wortwörtlich
Bei einem echten römischen Gastmahl bekamst du keinen eigenen Stuhl. Stattdessen lagst du auf einem Sofa – zu dritt, Seite an Seite. Vielleicht mit deinem besten Freund, vielleicht mit einem Händler, den du kaum kanntest.
Die Kunst des erzwungenen Smalltalks
Die Gastgeber mischten die Sofas nach Rang, Gunst oder Laune. Benimmratgeber der Zeit sind eindeutig: Mit gemeinsamem Essen, Wein und Klatsch verschwimmen die Grenzen schnell – Schulter an Schulter. Privatsphäre? Stand nicht auf der Speisekarte des Tricliniums.
Privatsphäre war was für Barbaren
Für Römer war das Loungen mit Fremden kein bisschen peinlich – sondern zivilisiert. Je mehr du dich mischtest, desto römischer galtst du. Gegen heutige Dinnerpartys wirken ihre Feste fast einsam.
Formelle römische Dinner waren auf Durchmischung gebaut. Drei Gäste pro Sofa, eng an eng, egal welcher Stand. Der Gastgeber bestimmte die Plätze – Privatsphäre? Fehlanzeige.