Römische Kaiser und die lateinische Sprache
Filme und Schulbücher lieben es: Römische Kaiser, die nur Griechisch sprechen und Latein—ihre eigene Sprache—kaum beachten.

Unknown — "Marble portrait of the emperor Antoninus Pius" (ca. 138–161 CE), public domain
Kaiser, die Latein verschmähten?
Filme und manche Bücher behaupten, römische Kaiser hätten Latein, die Sprache der Toga und des Rechts, links liegen lassen. Angeblich herrschte Griechisch im Palast, Latein war für die Straße und das Heer. Der Kaiser selbst, vertieft in Homer, murmelte kaum ein Wort Latein.
In Rom war Latein Gesetz.
Die Wahrheit? Für Erlasse, Gesetze und militärische Befehle setzten Kaiser auf Latein. Augustus, Trajan, sogar Hadrian—alle sprachen beides, aber wenn es zählte, herrschte Latein. Griechisch war bewundert und im Osten verbreitet, doch Latein blieb die Stimme römischer Macht und Tradition.
Woher kommt der Mythos?
Dieser Mythos wuchs, als das Reich nach Osten expandierte und spätere Kaiser wie Marc Aurel ihre Gedanken auf Griechisch niederschrieben. Doch in den Hallen Roms blieb Latein die Sprache des Befehls—ganz ohne Übersetzung.
Die meisten römischen Kaiser beherrschten Latein fließend und nutzten es für Recht, Rituale und Staatsgeschäfte. Griechisch war angesehen, aber Latein war in Rom unverzichtbar für Macht.