Sind alle Kaiser gewaltsam gestorben?
Man stellt sich einen römischen Kaiser vor, der ständig über die Schulter schaut – erstochen im Senat, vergiftet beim Essen, ermordet im Bad. Als würde jeder Herrscher blutig enden.

Unknown — "Bronze head of a youth" (ca. 200 BCE–200 CE), public domain
Attentat: Berufskrankheit der Kaiser?
Popkultur liebt römische Blutbäder. Der Tyrann, von Senatoren erstochen, Rivalen, die den Wein vergiften, Prätorianer, die sich gegen ihren Herrn wenden. Von Julius Caesar bis Caligula – diese Geschichten bleiben hängen: Wer Purpur trägt, stirbt grausam.
Die meisten Kaiser starben im Bett, nicht auf dem Boden.
Von etwa 70 Kaisern der Hauptlinie starb die Mehrheit eines natürlichen Todes – manche traten sogar freiwillig ab. Augustus, der Gründer des Reiches, wurde über siebzig. Antoninus Pius starb nach langer Krankheit. Stille Tode, keine Dolche, waren die Norm – viel häufiger als die Geschichtsbücher vermuten lassen.
Warum all die Mordgeschichten?
Römische Historiker liebten das Drama. Sueton und Cassius Dio erzählten von Mord und Chaos – das verkaufte sich und vermittelte Moral. Aber wer genauer hinsieht, merkt: Die unspektakulären Enden regierten das Reich.
Die meisten Kaiser starben tatsächlich eines natürlichen Todes – an Krankheit, Alter oder sogar im Ruhestand. Mord war spektakulär, aber die Ausnahme, nicht die Regel.