Heute vor Urzeiten: Die Hundstage brennen weiter
Mitte Juli in Rom: Sirius, der „Hundsstern“, lodert am Himmel—die Römer nennen diese Zeit dies caniculares, das Herz der Hundstage.

Joachim Patinir — "The Penitence of Saint Jerome" (ca. 1515), public domain
Wenn der Hundsstern den Himmel versengt.
Ab Mitte Juli spähten die Römer nach Sirius, dem Hundsstern, der im Morgengrauen aufstieg. Sein gleißendes Licht markierte die dies caniculares—die schwülste, gefährlichste Zeit des Jahres. Für alles, von Fieber bis Straßenprügelei, bekam jetzt die Hitze die Schuld.
Aberglaube und Überleben auf heißen Straßen.
Ärzte warnten: Wunden eitern in dieser Hitze schneller. Schwangere mieden die Sonne. Sogar Hunde galten als gefährdet, verrückt zu werden. Die Stadt wurde träge, die Geduld kurz—und alle hofften, die Götter würden sie vor dem Schlimmsten des Sommers verschonen.
Die Hitze ist dick wie Suppe, die Nerven liegen blank—die Römer glaubten, die Hundstage bringen Fieber, Wahnsinn und kurze Zündschnüre.