Hatten die Römer Toilettenpapier?
Römische Toiletten kannten kein Papier. Stattdessen griff man zum Gemeinschaftsstab mit Schwamm, getaucht in Essigwasser.

Unknown — "Hercules" (c. 30 BCE–20 CE), CC0
Kein Klopapier im alten Rom.
Vergiss Charmin. In einer römischen Latrine gab es Steinbänke mit Löchern und einen Stab mit Meeresschwamm am Ende – den 'tersorium'. Alle teilten ihn, gespült wurde im Essigwassergraben. Für die meisten Römer war das der Morgenalltag.
Der Schwamm am Stab.
Archäologen fanden Steinbänke, Rinnsteine und sogar Graffiti in Ostia und Pompeji. Manche Schwämme und Stäbe landeten auf dem Müllhaufen. Plinius der Ältere und Seneca erwähnen das tersorium – Seneca berichtet sogar von einem Selbstmord mit Schwamm.
Wie entstand der Mythos?
Toilettenpapier, wie wir es kennen, ist modern. Schulbücher sparten die echten Details aus, und antike Autoren hielten das Thema für zu schmutzig – außer, um mal einen Witz zu machen. Der Mythos vom „überall Klopapier“ stammt aus Wunschdenken, nicht aus römischer Hygiene.
Römische öffentliche Toiletten waren soziale Orte mit Steinbänken und geteiltem Schwamm – keine Einzelkabinen mit weichem Papier. Die Archäologie liefert die schmutzigen Details.