Briefe an die Toten im römischen Ägypten
Römische Ägypter schrieben Briefe an Familienmitglieder—nach deren Tod.

Unknown — "Fragmentary bronze statuette of Herakles with lion's skin" (1st–3rd century CE), public domain
Briefe, zugestellt im Grab
Römische Ägypter schoben handgeschriebene Briefe in Mumienwickel oder legten sie in Gräber. Sie hofften, die Toten würden zuhören—und handeln.
Worüber wurde geschrieben?
Die Themen sind verblüffend vertraut: Beschwerden über das Verhalten des Bruders, Bitten um Hilfe bei einem Rechtsstreit, Erinnerungen an gemeinsame Mahlzeiten. Der Tod beendete das Gespräch nicht.
Archäologen fanden Dutzende Papyrusbriefe, die mit Mumien begraben wurden. Die Menschen schrieben direkt an die Toten: baten um Fürsprache bei den Göttern, um Nachrichten oder darum, Familienprobleme aus dem Jenseits zu lösen. Die Tinte ist verblasst, die Handschrift drängend—und manchmal geht es einfach um ein Erbe oder eine verschwundene Ziege.