Publius Claudius Pulcher: Wenn Hühner das Schicksal bestimmen
Ein römischer Admiral steht vor einem Käfig mit heiligen Hühnern. Weil sie nicht fressen wollen, wirft er sie ins Meer.

Publius Claudius Pulcher: When Chickens Decide Fate, public domain
Hühner über Bord
Pulcher, römischer Konsul, will einen Überraschungsangriff auf Karthago starten. Doch vor der Schlacht verlangt die Tradition: Die heiligen Hühner müssen fressen—ein Zeichen göttlicher Zustimmung. Als die Vögel verweigern, platzt Pulcher der Kragen: „Wenn sie nicht fressen wollen, sollen sie trinken“, und wirft den ganzen Käfig ins Meer.
Glaube, Spott und Katastrophe
Römische Feldherren nahmen Omen ernst—sie zu missachten, hieß das Schicksal herauszufordern. Pulchers Übermut wurde legendär, als seine Flotte in der Schlacht von Drepana vernichtet wurde. Die Überlebenden flüsterten: Es waren nicht nur schlechte Taktik, sondern die Götter selbst, die Roms Hoffnung versenkten.
Der Witz, der nach hinten losging
Pulcher wurde nach Rom zurückgerufen, mit einer Geldstrafe belegt und öffentlich verspottet. Die Römer vergaßen nie den Tag, an dem eine Flotte verloren ging, weil einer glaubte, er sei schlauer als die Götter.
Pulcher glaubte, die Götter verspotten zu können. Roms Flotte zahlte bei Drepana den Preis.