Platon war kein Atheist
Platon war kein heimlicher Atheist, der die Götter abschaffen wollte. Er schrieb öfter über das Göttliche als Homer.

Unknown — "Bronze diskos thrower" (ca. 480–460 BCE), public domain
Wollte Platon die Götter abschaffen?
Man stellt sich Platon gern als reinen Philosophen vor, der gegen Religion wettert und heimlich die griechischen Götter ausradieren will. Sein ‚Dichterbann‘ wird oft als Bann gegen jeden Glauben missverstanden.
Philosophie mixt Religion neu.
In seinen Dialogen argumentiert Platon für eine höhere, gerechtere Form des Göttlichen—weniger launisch, mehr gerecht. Er löscht die Götter nicht aus; er diskutiert, wie sie sein sollten. Sein Athen brodelte vor neuen Ideen, und er lenkte das Gespräch mit.
Wie entstand der Mythos?
Spätere christliche Autoren und manche moderne Atheisten liebten das Bild von Platon als Religionsrebell. Aber die Texte selbst zeigen einen Denker, der sich tief für das Göttliche interessiert—nur eben nicht für die alten Geschichten.
Platons Dialoge ringen mit dem Wesen der Götter, der Seele und der kosmischen Ordnung. Er kritisiert Aberglauben und alte Mythen, aber leugnet das Göttliche nie. In vieler Hinsicht formte er das griechische Götterbild neu.