Perikles: Wo Trauer und Ruhm aufeinandertreffen
Perikles steht vor einer trauernden Stadt und wagt es, die Demokratie zu preisen – während die Kriegstoten noch unbestattet sind.

Der Redner zwischen Särgen
Während die Athener ihre Gefallenen betrauern, hält Perikles eine Rede, die Jahrhunderte überdauert. Er verweilt nicht beim individuellen Schmerz. Er erhebt das kollektive Opfer und verknüpft persönlichen Verlust mit dem Ruhm Athens.
Demokratie auf dem Prüfstand
Athen im Jahr 431 v. Chr.: eine Stadt im Krieg, ihre Demokratie zugleich Waffe und Schwachstelle. Perikles weiß, Worte können Mut machen oder Verzweiflung säen. Seine von Thukydides überlieferte Rede verschmilzt Patriotismus mit Schmerz – und zeichnet Athen als verletzlich und zugleich außergewöhnlich.
Wenige Staatsmänner haben mit Worten so hoch gepokert wie Perikles im Peloponnesischen Krieg. Statt Athen nach den ersten Verlusten zu trösten, macht er aus einer Trauerfeier ein Manifest über Bürgersinn und Opferbereitschaft. Thukydides bewahrt seine Rede – ein Balanceakt aus Stolz, Verlust und unsicherem Selbstvertrauen, als Athen seiner eigenen Sterblichkeit ins Auge blickt.