Nein, die Olympischen Spiele waren kein Friedensfest
Alle stellen sich die antiken Olympischen Spiele als magische Waffenruhe vor—Soldaten legen die Schwerter nieder, Kriege pausieren, ganz Griechenland trifft sich zum Sport.

Unknown — "Mirror" (c. 470–460 BCE), CC0
Olympische Waffenruhe: Frieden für alle?
Lehrbücher erzählen, die Olympischen Spiele hätten alle Griechen im friedlichen Wettkampf vereint. Armeen hätten angeblich die Waffen niedergelegt, damit Athleten sicher reisen konnten. Klingt fast wie Utopie.
Die Waffenruhe war nur ein Reiseticket.
Die ‚ekecheiria‘ erlaubte Athleten und Zuschauern, feindliche Linien nach Olympia zu überqueren—doch anderswo tobten die Schlachten weiter. 420 v. Chr. wurde Sparta bestraft, weil es während der Waffenruhe angriff. Manchmal brachen sogar auf den Spielen selbst Schlägereien aus—niemand war über jeden Groll erhaben.
Warum der Mythos vom olympischen Frieden?
Spätere Autoren verklärtens das Ideal griechischer Einheit durch Sport, machten aus einer lückenhaften, praktischen Regel ein Symbol für Weltfrieden. Die olympische Waffenruhe hielt auf dem Papier—Blut ließ sich nicht so leicht abwaschen.
Die olympische Waffenruhe galt nur für die Reise nach Olympia, Kriege liefen oft weiter. Auch Athleten und Zuschauer prügelten sich, und Städte wurden für Friedensbruch bestraft.