Heute vor ...: Die Nemoralia – Dianas Fest
Mitte August: Auf dem dunklen Wasser des Nemi-Sees treiben brennende Fackeln—Roms Frauen marschieren für Diana, die Königin der Wildnis.

Unknown — "Head of a Bearded Man" (c. 125 CE), CC0
Fackeln für Diana brennen auf dem Wasser.
Um den 13. August beobachten die Hügel über Rom ein seltsames Leuchten: Pilgerinnen strömen zum Nemi-See für die Nemoralia, Dianas Fest. Frauen tragen Lampen und Kränze, ihre Gesichter vom Feuerschein im schwarzen Wasser erleuchtet.
Eine Nacht für Gejagte und Freie.
Das war Dianas Nacht—Schutzherrin der wilden Tiere, der Geburt und der mondhellen Freiheit. Antike Autoren berichten, wie Ehefrauen und Sklavinnen gemeinsam feiern, Arbeit und Strafen sind verboten. Opfergaben treiben über den See, Gebete für Gesundheit und Erlösung tanzen auf flackerndem Fackellicht.
Vom italienischen See zu Londons Kerzen.
Jahrhunderte später hallt der Geist des Festes leise im christlichen Fest Mariä Himmelfahrt nach—beide feiern den Übergang und Schutz einer heiligen Frau. Doch am Nemi-See, unter den Sternen, brennt Dianas Fackel am hellsten.
Die Nemoralia war eine Nacht voller Fackeln, Opfergaben und Ausbruch—Stadtfrauen suchten Schutz bei der Göttin, ließen Ehemänner, Arbeit und Sorgen zurück.