Musonius Rufus über das Ertragen von Schmerz
„Kein Schmerz ist so groß, dass man ihn der Tugend vorziehen sollte.“ Musonius Rufus hämmerte das Senatoren und Sklaven ein – und sich selbst am meisten.
Herb Neufeld — "Rome (6259890188)", CC BY 2.0
Tugend vor Qual.
Musonius Rufus bringt es in seinen Reden (Fragment 23) auf den Punkt: «οὐδεμία λύπη τοσαύτη, ὡς ὑπὲρ ἀρετῆς προαιρετέα.» — „Kein Schmerz ist so groß, dass man ihn der Tugend vorziehen sollte.“ Er lebte nach diesen Worten, lehrte den Stoizismus in Ketten und im Exil.
Warum Stoiker Schmerz zur Prüfung machen.
Musonius sah im Leiden eine Kreuzung: Entweder flieht man vor dem Schmerz und verliert seine Seele, oder man bleibt standhaft und bewahrt sie. Der stoische Weg ist nicht Schmerz um des Schmerzes willen, sondern Schmerz im Dienst eines höheren Maßstabs – der eigenen Integrität.
Musonius machte Schmerz und Tugend zu Rivalen. Die eigentliche Prüfung war nicht, Leiden zu vermeiden, sondern niemals den eigenen Charakter gegen Bequemlichkeit einzutauschen.