Musonius Rufus über freiwilliges Durchhalten
„Freiwilliges Leiden ist besser als unfreiwilliges.“ — Musonius Rufus, immer wieder verbannt, zieht stoische Konsequenzen.

Luigi Valadier — "Pair of five-light candelabra" (1774), public domain
Musonius Rufus in seinen eigenen Worten.
In seinen Vorlesungen (Vorlesung XXI) erklärt Musonius Rufus: «κρεῖττον ἑκουσίως κάμνειν ἢ ἀκουσίως» — „Freiwilliges Leiden ist besser als unfreiwilliges.“ Jede Verbannung machte ihn härter, nicht bitter.
Warum den harten Weg wählen?
Die Stoiker waren überzeugt: Schmerz kommt sowieso. Musonius fordert uns auf, Resilienz zu üben, indem wir uns bewusst Unbequemes zumuten—Fasten, Kälte, Anstrengung—damit wir gewappnet sind, wenn das Schicksal zuschlägt. Der Schmerz, den du wählst, beherrscht dich weniger.
Musonius überlebte Kaiser.
Er wurde öfter verbannt, als die meisten Römer umzogen, doch seine Lehren blieben. Noch heute hallt er in Fitnessstudios und Therapien nach: Was du freiwillig durchstehst, besitzt dich nicht.
Für Musonius Rufus liegt wahre Stärke darin, sich selbst Härte zuzumuten—damit einen das Schicksal nicht bricht, wenn es zuschlägt.