Musonius Rufus über Essen und Einfachheit
„Es ist nicht schwer, einfach zu leben – schwer ist es, einfach zu begehren.“ — Musonius Rufus, der unbeugsame Stoiker, bestand darauf: «οὐ χαλεπὸν ἀφελλείν τὰ ἐπιτήδεια, ἀλλὰ τὰς ἐπιθυμίας.»
Das eigentliche Problem ist das Begehren, nicht das Essen.
Musonius Rufus zieht in seinen Vorlesungen (12A) die Grenze: «οὐ χαλεπὸν ἀφελλείν τὰ ἐπιτήδεια, ἀλλὰ τὰς ἐπιθυμίας.» — „Es ist nicht schwer, einfach zu leben – schwer ist es, einfach zu begehren.“ Brot und Oliven machten ihm keine Sorgen. Zu viel zu wollen, das war das Problem.
Was er wirklich meinte.
Musonius predigte: Hunger ist natürlich, Gier ist anerzogen. Wer im Luxus lebt, findet keine Ruhe; wer seine Wünsche im Griff hat, lebt in Frieden. Für den Stoiker ist das eigentliche Festmahl, den Appetit zu zähmen – nicht das, was auf dem Tisch steht.
Der römische Sokrates.
Musonius Rufus wurde nicht einmal, sondern gleich zweimal verbannt, weil er zu offen sprach. Er nahm Entbehrungen hin, lebte einfach und lehrte jeden, der kam – auch Frauen und Sklaven. Sein Klassenzimmer war überall, wo Hunger herrschte – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.
Musonius war egal, was du isst – entscheidend war, was du dir wünschst. Für ihn bedeutete Einfachheit, den Hunger nach Mehr zu besiegen.