Heute vor: Das Matralia—Ein römisches Mütterfest
26. Juni: Römische Matronen versammeln sich im Tempel der Mater Matuta, mit Broten und Lilien beladen—und bitten um das Glück ihrer Nichten, nicht ihrer eigenen Kinder.

Unknown — "Ewer" (ca. 1350–80 (ewer); ca. 1400 (mounts)), public domain
Nur eine Ehe erlaubt.
Am 26. Juni vereinte das Matralia die angesehensten Frauen Roms—jene, die nur einmal verheiratet waren. Im Morgengrauen betraten sie den Tempel der Mater Matuta, die Arme voller Opfergaben, ihren Status stolz zur Schau gestellt.
Gebete für Schwestern, nicht für Söhne.
Der Clou? Diese Matronen beteten nicht für ihre eigenen Kinder, sondern für die ihrer Geschwister. Die Botschaft: Eine echte Römerin denkt über die eigene Blutlinie hinaus.
Ein Fest der Grenzen.
Das Matralia zeigt, wie sehr Rom von Regeln geprägt war—wer eintreten durfte, wer beten durfte, wer zur Familie zählte. Selbst Mütter mussten sich fügen.
Das Matralia war ein seltenes Fest, zu dem nur freigeborene Frauen zugelassen waren, die nur einmal verheiratet waren. Statt für ihre eigenen Kinder zu beten, brachten sie Gaben für das Wohl und Glück der Kinder ihrer Schwestern—eine unerwartete Wendung für einen Muttertag.