Make-up für Männer: Athenischer Stil
Wer durch die Agora schlendert, sieht vielleicht einen Athener mit geröteten Wangen und kohlgeschminkten Augen.

Hirschfeld Workshop — "Terracotta krater" (ca. 750–735 BCE), public domain
Männer mit Make-up: Nicht nur Frauensache
Wer durch die Agora schlendert, sieht vielleicht einen Athener mit geröteten Wangen und kohlgeschminkten Augen. Kosmetik war kein reines Frauenspiel. In Athen nutzten manche Männer Make-up als Zeichen von Stil, Jugend oder für die Nacht in der Stadt.
Schminkdöschen und Spott auf der Bühne
Kleine Kosmetiksets – mit Weißblei, Rötel, Kohle – tauchen in athenischen Gräbern auf. Komödien von Aristophanes machen sich über Männer mit Puder lustig. Aber der Witz funktioniert nur, weil jeder das Bild kannte.
Status, nicht nur Eitelkeit
Für junge Elite-Männer war Make-up ein Statussymbol – und ein Statement. In einer Stadt, die vom Schein lebte, konnte ein sorgfältig geschminktes Gesicht ein Machtzeichen sein. Antike Schönheit war immer komplizierter, als wir denken.
Griechische Männer – besonders junge Eliten – trugen Kosmetik für Schönheit und Status. Funde von Schminkdöschen und Spott in Komödien zeigen: Weißblei, Rötel und Kohle waren auch Männersache. „Weibisches“ Make-up wurde verspottet, aber so viele trugen es, dass jeder den Witz verstand. In Athen gehörte ein geschminktes Gesicht nicht nur Frauen.