Fragmenta.
Persönlichkeit·Antikes Rom·Renaissance-Papsttum Rom (spätes 15.–frühes 16. Jh.)

Lucrezia Borgia: Giftmischerin oder Spielball?

Ihre Feinde flüsterten, Lucrezia reiche bei Banketten das Gift—und lächle dabei.

Lucrezia Borgia: Giftmischerin oder Spielball?

Edouard Manet — "Boating" (1874), public domain

Gerüchte am Banketttisch

Ihr Name wurde zum Warnruf. Lucrezia Borgia—Tochter von Papst Alexander VI.—sollte Rivalen vergifteten Wein serviert haben, das goldene Haar im Kerzenlicht glänzend. Jede Geste verdächtig, jeder Becher eine mögliche Waffe.

Frau unter Wölfen

Geboren in eine berüchtigt ehrgeizige Familie, wurde Lucrezia dreimal aus politischen Gründen verheiratet. Als Teenager war sie umgeben von Intrigen und Verrat—ein Gerücht oder ein echter Fehltritt konnte Verbannung oder Tod bedeuten. Die Männer schrieben die Geschichten—sie trug die Folgen.

Überlebt das Gift

Jahrhunderte später gibt es keinen Beweis, dass sie je jemanden tötete. Doch der Mythos Lucrezia überlebte die echte Frau: eine Überlebende, keine Schurkin. Manchmal ist eine gute Geschichte das tödlichste Gift.

Die echte Lucrezia Borgia überlebte alle Skandale, wurde angesehene Herzogin, Kunstmäzenin und hingebungsvolle Mutter. Ihre Geschichte zeigt, wie Macht, Geschlecht und Gerüchte eine Frau zur Legende machten.

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