Die Vergewaltigung und der Tod der Lucretia
Lucretia drückt sich das Messer an die Brust – und bricht tot vor ihrer fassungslosen Familie zusammen.

Eustache Le Sueur — "The Rape of Tamar" (probably ca. 1640), public domain
Eine persönliche Tragödie, ein öffentlicher Aufruhr.
Lucretia, eine angesehene römische Matrone, wurde von Sextus Tarquinius, dem Sohn des Königs, vergewaltigt. Sie rief Vater und Ehemann, gestand alles – und während sie sie zum Leben flehten, tötete sie sich auf der Stelle. Blut auf dem Kleid, Trauer in der Luft.
Die Stadt explodiert.
Ihr Tod schlug ein wie ein Donnerschlag. Lucius Junius Brutus schwang den blutigen Dolch und rief das Volk zusammen. Die Empörung über königliche Willkür kochte über – die Römer stürmten den Palast, vertrieben die Tarquinier und schworen, nie wieder einen König zu dulden.
Die Geburt der Republik.
Lucretias Tragödie schaffte, was keine Armee vermochte. Empörung schmiedete ein neues System: die römische Republik, regiert nicht von Königen, sondern von gewählten Beamten. Eine einzige Verzweiflungstat veränderte die größte Stadt der Welt.
Lucretias Selbstmord, ausgelöst durch königliche Gewalt, war der Funke, der die römische Revolution entfachte – die Könige stürzten und die Republik gründete.