Cato der Jüngere über Anerkennung
„Ich will lieber, dass die Leute fragen, warum ich kein Denkmal habe, als warum ich eines habe.“ Cato der Jüngere machte Demut zur Rüstung in einer Welt voller Denkmäler.

Unknown — "Marble head of a Hellenistic ruler" (1st–2nd century CE), public domain
Statuen, Ruhm und der unsichtbare Mann.
Plutarch berichtet in seinem Leben des Cato: «Αἱρετώτερον βούλομαι ἐμοὶ ζητεῖν, διὰ τί μου μὴ ἔστησαν ἄγαλμα, ἢ διὰ τί ἔστησαν.» — „Ich will lieber, dass die Leute fragen, warum ich kein Denkmal habe, als warum ich eines habe.“ In Rom, wo jeder nach öffentlicher Ehre lechzte, ging Cato den entgegengesetzten Weg.
Warum Cato das Rampenlicht mied.
Cato sah zu, wie seine Zeitgenossen sich Lob erkauften und Denkmäler mit Gefälligkeiten bezahlten. Für ihn brauchte echte Tugend keine PR-Abteilung – wenn du gut bist, sollen die Leute sich ruhig fragen, warum du nicht dekoriert bist. Besser das, als für bestochene Bildhauer in Erinnerung zu bleiben.
Cato, der letzte der Stoiker.
Cato der Jüngere widersetzte sich Caesar bis zum bitteren Ende, wählte sogar den Freitod, statt sich der Tyrannei zu beugen. Seine Weigerung, Ehrungen nachzujagen, war sein Protest: Lass deine Taten sprechen, nicht deine Statuen.
Catos Widerstand war leise, aber unnachgiebig. In einer Zeit, in der jeder nach Medaillen und Marmor gierte, herrschte er über sich selbst. Er machte nie Kompromisse – nicht für Ruhm, nicht für Macht. Sein Vermächtnis war in Charakter gemeißelt, nicht in Stein.