Hypatia: Philosophin am Scheideweg
Hypatia lehrte Mathematik in einer Stadt, die sich selbst zerfleischte – ihr Hörsaal umringt von religiösen Fanatikern.

Gelehrte im Sturm
Hypatia zog Menschenmengen an mit ihren Vorträgen über Geometrie und Astronomie. Sie war eine der ganz wenigen Frauen mit öffentlicher Autorität in einer Stadt, in der Ideologie über Leben und Tod entschied.
Als Ideen gefährlich wurden
Alexandria zerbrach – christlicher Eifer prallte auf alte Traditionen. Hypatia versuchte, Brücken zu schlagen. Doch ihre Ermordung im Jahr 415 n. Chr. markierte das Ende von etwas: Der freie Austausch von Gedanken wurde von Gewalt niedergetrampelt.
Hypatia war keine weltfremde Akademikerin. Sie war eine Führungspersönlichkeit, Mathematikerin und Heidin im christlich werdenden Alexandria. Ihr Tod ist ein Wendepunkt: Die alte Welt des philosophischen Diskurses weicht neuen Kräften, die wenig übrig haben für Zweifel und Widerspruch.