Horatius und die Brücke
Drei Römer stehen allein auf einer bröckelnden Brücke – vor ihnen die gesamte etruskische Armee.

Horatius and the Bridge, public domain
Haltet die Brücke – um jeden Preis.
Im Nebel der frühen römischen Legende stand die Stadt am Abgrund. Der etruskische König Lars Porsenna marschierte mit seinem Heer bis vor Roms Tore. Nur die hölzerne Brücke über den Tiber trennte die Angreifer von den Stadtmauern.
Drei gegen Tausende.
Horatius Cocles, Spurius Lartius und Titus Herminius hielten den Vormarsch der Etrusker auf, während Römer hinter ihnen die Brücke zerstörten. Das Holz ächzte, Pfeile surrten. Im letzten Moment schickte Horatius seine Freunde zurück und stellte sich allein dem Feind, bis die Brücke fiel.
Ein Sprung in die Legende.
Mit dem reißenden Fluss unter sich stürzte sich Horatius, verwundet und schwer gepanzert, ins Wasser. Die alten Berichte sagen, er erreichte das rettende Ufer – bejubelt von der Stadt, die er gerettet hatte. Generationen lang erinnerte sich Rom an den Moment, als eine Handvoll Männer alles rettete.
Horatius Cocles und zwei Gefährten verschafften Rom kostbare Minuten, indem sie die Brücke über den Tiber hielten. Dann sprang Horatius, während Pfeile den Himmel füllten, verwundet ins Wasser und schwamm um sein Leben. Die Stadt überlebte, weil ein paar Männer nicht wegliefen.