Claudius verleiht Außenseitern das Bürgerrecht
Eine Gruppe Gallier steht vor dem Senat, beschuldigt, zu viel zu wollen – bis Claudius alle verblüfft und sie zu Römern macht.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Fremde im heiligen Raum Roms.
Im Jahr 48 n. Chr. stehen gallische Adelige, frisch aus der Provinz, in Toga zwischen den ältesten Familien Roms. Einige Senatoren zischen – das seien keine echten Römer. Sie fordern, der Kaiser solle die Türen zur Macht verschließen.
Claudius schreibt die Regeln neu.
Kaiser Claudius lässt sich von den Spötteleien nicht beeindrucken. Er hält eine Rede – und argumentiert, Roms Größe komme vom Umarmen der Fremden, nicht vom Ausgrenzen. Am Ende sitzen genau diese Gallier im Senat. Tacitus berichtet vom Schock.
Ein Skandal wird zur neuen Normalität.
Die Tinte war kaum trocken, da strömten Generationen von „neuen Männern“ in Roms Elite. Was die Aristokraten wütend machte, wurde bald zum Lebenselixier der Stadt. Rom war nie wieder wie zuvor.
Claudius riss die Tore zu römischen Privilegien weit auf, löste Jahrzehnte der Empörung aus – und verschob heimlich für immer die Machtverhältnisse.