Hannibals Marsch durch die Sümpfe
Hannibal führt sein Heer durch die giftigen Sümpfe Italiens – und verliert ein Auge an die Krankheit, noch bevor er einen Römer im Kampf sieht.

Jacques Louis David — "The Death of Socrates" (1787), public domain
Geblendet vor der Schlacht.
Hannibal überquerte nicht nur die Alpen – er trieb sein Heer durch die verseuchten Sümpfe des Arno. Tagelang schleppten sich Männer und Tiere durch stinkendes Wasser, kein trockener Fleck in Sicht. Als er endlich herauskam, hatte Hannibal die meisten Lasttiere und ein Auge an das Sumpffieber verloren, das ihn nicht mehr losließ.
Die Römer ahnten nichts.
Die Römer warteten darauf, dass Hannibal wie jeder andere Eindringling die Straßen hinabmarschierte. Stattdessen tauchte er aus den Sümpfen auf – abgemagert und halb blind – und erwischte die Legionen völlig unvorbereitet vor den Mauern etruskischer Städte. Polybios berichtet, die Römer konnten kaum glauben, dass überhaupt jemand – geschweige denn ein ganzes Heer – diesen Marsch überlebt hatte.
Manchmal will dich schon das Land töten.
Hannibals Krieg gegen Rom begann nicht mit Schwertern, sondern mit Schlamm, Fieber und Hunger. Er sollte Roms Armeen in offenen Schlachten zerschmettern, doch fast hätte ihn schon der Gestank des Arno umgebracht.
Während die Römer dachten, die Alpen seien die größte Gefahr, kämpften sich Hannibal und seine Männer wochenlang durch knietiefen Morast, verloren Pferde und beinahe sich selbst. Manchmal ist die Natur ein schlimmerer Feind als jede Legion.