Fragmenta.
Fakt·Antikes Griechenland·Klassisches Griechenland, 5.–4. Jh. v. Chr.

Prothesen und Votivgaben

Neben den Tempelstufen tauchen immer wieder bronzene Arme, Beine, Finger – sogar Ohren auf.

Prothesen und Votivgaben

Unknown — "Lead figure, possibly of a skeleton" (possibly 4th century BCE), public domain

Ein Tempel voller Bronze-Gliedmaßen

Rund um griechische Tempel, besonders in Epidauros, graben Archäologen hunderte hohle Bronze-Arme, -Beine, -Finger, sogar Genitalien aus. Keine Statuen – diese Teile wurden absichtlich dagelassen.

Heilung, Hoffnung und Amputationsbeweise

Die meisten „Ersatzteile“ stammen von Menschen, die um Heilung baten oder sich nach Genesung bei Asklepios bedankten. Doch einige sind anders: Sie zeigen Schnittspuren an echten Knochen – klare Hinweise auf Amputationen nach Verletzung oder Infektion. Griechische Texte beschreiben sogar grobe Prothesen, die festgeschnallt und unter Gewändern versteckt wurden.

Viele Griechen ließen hohle Metallkörperteile an Heiligtümern zurück – als Dank für eine Heilung oder in der Hoffnung auf eine. Einige Funde zeigen aber echte Amputationsspuren, inklusive Schnittmarken von Bronzensägen. Manche dieser Patienten nutzten vielleicht einfache Holz- oder Metallprothesen im Alltag.

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