Gorgo, Königin der List
Gorgo war zehn, als ein spartanischer Prahler ihren Vater fragte, ob er sich an einer politischen Intrige beteiligen solle. Sie unterbrach: „Vater, du solltest diesen Mann bestrafen. Er will, dass du Sparta verrätst.“

Jean Antoine Laurent — "Portrait of a Young Woman" (ca. 1795), public domain
Ein Kind redet den Männern die Schau
Gorgo war zehn, als ein spartanischer Besucher ihren Vater, König Kleomenes, fragte, ob er eine korrupte Allianz unterstützen solle. Sie zögerte nicht. „Vater, du solltest diesen Mann bestrafen. Er will, dass du Sparta verrätst.“ Sogar die Erwachsenen hörten hin.
Eine Stimme in einer Welt des Schweigens
Spartanische Frauen tauchen selten in antiken Quellen auf. Gorgo ist die scharfe Ausnahme. Sie erscheint bei Herodot und Plutarch, gibt direkte Ratschläge, warnt vor Intrigen und entschlüsselt sogar geheime Botschaften auf Wachstafeln, die aus Persien geschmuggelt wurden.
Tochter und Ehefrau von Königen
Gorgos Worte hallten nach: Ihre Warnungen beeinflussten die Entscheidungen ihres Vaters und ihres Mannes Leonidas, des Königs von den Thermopylen. In Sparta konnte Macht in einem einzigen Satz stecken.
In einer Welt, die für schweigsame Frauen berühmt war, bestimmten Gorgos Worte die Entscheidungen von Königen und Räten. Ihr Vater war Leonidas—der König, der bei den Thermopylen fiel. Plutarch zählt sie zu den wenigen spartanischen Frauen, deren Stimme im Gedächtnis blieb: scharf, direkt und immer unbequem für die mächtigen Männer um sie herum.