An diesem Tag: Senecas Geburtstag
24. April, 4 v. Chr.: Lucius Annaeus Seneca wird in Corduba geboren – Rom hat gerade seinen gefährlichsten Philosophen bekommen.

Unknown — "Marble relief fragment with gladiators" (1st–3rd century CE), public domain
Ein Stoiker im Schatten des Imperiums.
Am 24. April 4 v. Chr. erblickt Lucius Annaeus Seneca im spanischen Corduba das Licht der Welt. Er überlebt eine kränkliche Kindheit, übersteht Verbannung und wird Berater – manche sagen Strippenzieher – von Nero höchstpersönlich.
Der schärfste Verstand, das höchste Risiko.
Seneca schreibt Essays über Schicksal, Zorn, Gnade. Er häuft ein Vermögen an, macht sich Feinde im Senat und versucht, einem Kaiser Selbstbeherrschung beizubringen. Ein gefährlicher Job. 65 n. Chr., beschuldigt einer Verschwörung gegen Nero, wird Seneca gezwungen, sich die Adern zu öffnen.
Seine Worte hallen über den Tod hinaus.
Römischer Stoizismus wird bis heute zitiert, aber Senecas eigentliches Vermächtnis ist mehr als Philosophie. Es ist die Erinnerung, dass Ideen allein dich im Schatten des Palastes nicht retten.
Senecas Worte prägten Kaiser – und sein Schicksal war es, auf kaiserlichen Befehl zu sterben. Sein Leben folgte den Träumen und Albträumen des frühen Kaiserreichs.